Schützenverein Kiebitzheide Schützenkönig Christian Schlautmann altes Königspaar aus 2017 altes Königspaar aus 2016
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Unser Schützenverein Kiebitzheide

Wie alles begann...

Die Entstehung des Vereines fiel in die schlechte Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Trotz aller Schwierigkeiten und Nöte der Nachkriegsjahre wurden Nachtbarschaft und Geselligkeit gepflegt, und so kam dann eines Tages ein „Dörfler“, der Gastwirt und Fleischermeister Theodor Friehage zu den alten Kiewitten und rief sie auf zum Feiern. Er brachte auch gleich ein paar gesellige Dorfbewohner mit, um die Runde zu

vergrößern, denn die eigentliche Heide war zu jener Zeit dünn besiedelt. So war schnell ein zünftiges Fest organisiert, denn Getränke und Verpflegung wurden gleich aus dem Dorf mitgebracht, und die jüngeren aus der Reihe des so entstandenen neuen Vereins durften sich als Mundschenke betätigen. Kein Wunder, dass man schnell Gefallen an dieser Art von Geselligkeit fand, und so wurde nun Jahr für Jahr im steten Wechsel bei zwei

Vereinsmitgliedern gefeiert. Hof und Tenne und Küche, notfalls auch noch der einen oder anderen Nebenraum, stellte man den Festgästen zur Verfügung, alles war recht familiär. Am Nachmittag wurde dann der Holzvogel auf eine Stange gesetzt, und anschliesend kämpfte man mit einem Kleinkalibergewehr um die Königswürde. Ein Musiker mit einem Schifferklavier sorgte für die richtige Stimmung und es wurde bis spät

in die Nacht gefeiert. Langsam aber stetig vergrößerte sich der Verein und zählte schon bald ein paar Dutzend Mitglieder.

Richtig bekannt über die engeren Grenzen hinaus wurden die „Kiewitten“ als sie zur Amtseinführung des neuen Pastors Josef Dirkes ein Transparent über die Altenberger Straße spannten auf dem zu lesen war:

„Hier an der Kirchspielscheide,
grüßet Dich die ganze Kiebitzheide.
Drum wollen wir rechte Pfarrkinder sein
drum schenket uns einen ein! “

Auch hierbei, sagt man, soll Theodor Friehage die treibende Kraft gewesen sein. Dann kamen, nach fünfzehn Jahren Vereinsgeschichte in großer Zahl die Einberufungen, und im Jahr 1938, konnte zunächst zum letzten mal das Schützenfest gefeiert werden.

Josef Möller


Nach dem Krieg

Nach dem Kriege, im Jahre 1946, haben sich eine Handvoll Kiewitten entschlossen, den Schützenverein wieder ins Leben zu rufen. Anknüpfend an die alte Tradition konnte dann 1947 das erste Fest gefeiert werden. Der Vogel wurde aus Gips hergestellt und mit Steinen abgeworfen. Die Steine dafür haben wir Kinder aus der Birk gesucht und zum Fels- Kotten gebracht. Dort wurde der Vogel zwischen den Bäumenaufgehängt.

Aufstellen der Schützen war auf dem Hofe Lödding, von dort ging es zur Vogelstange. Nach der Königsproklamation ging es zurück zur Scheune, wo bis in den frühen Morgen gefeiert wurde. Für die Bewirtung sorgte der Verein in eigener Regie. Nachdem man sich uneinig geworden war, wurde 1950 ein neuer Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender und Oberst wurde damals Josef Möller. Die Vogelstange wurde auf dem Hofe Weber neu

eingerichtet. Inzwischen war auch die Königskette aus unerklärlichen Gründen abhanden gekommen. Ein wackerer Kiewitt hat dann, um die Königsehre zu retten, einen Kette aus Blechorden gemacht, die darauf hin einige Zeit in Gebrauch war. 1956 stifteten dann die Brüder Hermann und Bernhard Lohmann von ihrem knappen Taschengeld eine neue Königskette. Bernhard Lohmann durfte sie dann auch als erster tragen, denn

ihm gelang im gleichen Jahr der Königsschuß. Inzwischen war der Verein so angewachsen, daß die Bewirtung einem Gastwirt übertragen werden musste. Da die Auflagen der Behörde für das Vogelschießen erheblich verschärft worden waren, und somit eine neue Vogelstange mit einem Kugelfang errichtet werden musste, was die Kiewitten selbstverständlich wieder in Eigenleistung erledigten, verlegte man den Standort nun

endgültig auf den Hof Lödding. Somit entfiel auch der Marsch zur Vogelstange. Das war im Jahre 1959. Das Schützenfest Kiebitzheide war inzwischen zu einem festen Bestandteil des örtlichen Vereinslebens geworden und so stieg von mal zu mal die Zahl der Gäste. Die Scheune war nicht mehr in der Lage, alle Festgäste aufzunehmen, und so wurde 1963 der erste „Anbau“ in Form eines Zeltes vorgenommen. Es waren zunächst nur zwei

Felder, die dort von den Vereinsmitgliedern erstellt wurden, aber das schaffte schon ganz schön Platz. Ergänzend zu dieser Anbaumaßnahme kam dann im gleichen Jahr auch schon der berühmt gewordene „Ziepelbüren“ in Würden und wurde zur Sektbar umfunktioniert. Die Zeit verging, und das 50 – jährige Vereinsjubiläum rückte näher. Bei der Generalversammlung im Jahre 1969 wurde erstmals davon geredet, dass

man für diesen Anlaß doch eigentlich ohne eine eigene Fahne schlecht gerüstet sei. So wurde der Beschluß gefasst, eine solche entwerfen zu lassen. Eine Spendenaktion der Mitglieder war die spontane Antwort auf den Beschluß, und schon im ersten Jahr konnten 250,- DM zurückgelegt werden. Die weitere Finanzierung wurde in den nächsten Jahren durch eine Beitragszuschlag von 1,- DM pro Mitglied gesichert. Nachdem im Herbst 1971

der Vorentwurf vom Vorstand genehmigt worden war, konnte im April 1972 von der münsterischen Firma Reuter die Vollendung des Werkes gemeldet werden. Am ersten Mai 1972 erfolgte dann die feierliche Übergabe. Das Schützenfest 1972 stellte dann den einstweiligen Höhepunkt der Vereinsgeschichte dar. Nach einem feierlichen Gottesdienst und einer Kranzniederlegung an der Gedächtniskapelle ging es dann unter

den Klängen mehrerer Kapellen durch das ganze Dorf ins Flothfeld und dann weiter zum Hofe Lödding – Laubrock. Im festlich geschmückten Zelt nahm dann die hohe Geistlichkeit die Weihe der neuen Fahne vor. Zum Königsschießen konnte man sich mit einer leckeren Erbsensuppe stärken, die der Malteser Hilfsdienst trefflich zubereitet hatte. In der Folgezeit gab es wieder Probleme mit der Vogelstange. Die Sicherheit war den

Ordnungsbehörden noch nicht perfekt genug, und es gab erneut erhebliche Auflagen. Aber auch hier gelang es wieder ohne fremde Hilfe in Eigenleistung allem Genüge zu tun. Mittlerweile hatte man auch das Problem der sanitären Anlagen gelöst, indem man einfach einen eigenen Toilettenwagen baute. Zum Havixbecker Kinderkarneval 1975 trat der Verein dann mit einem eigenen Festwagen an. Anschließend wurde im Saal des Hotels

Beumer ein großes Kostümfest veranstaltet, an dem auch die Narrenzunft Aasee aus Münster mit einer Tanzgruppe teilnahm. Mehr und mehr nahmen in den folgenden Jahren die Kiewitten auch an den Festen und Veranstaltungen anderer Vereine teil. 1979 überraschte der Schützenbruder Josef Hejna den Verein mit einem von Kurt Kinscher gemalten Bild welches von nun an in jedem Jahr seinen würdigen Platz im Festzelt hinter

dem Königstisch fand. Im gleichen Jahr wurde Hermann Lohmann, der sich durch seine lange Mitarbeit im Vorstand sehr verdient gemacht hatte, auf Beschluß hin zum „Ehrenvorstandsmitglied“ ernannt. Auch das folgende Jahr hatte seine besondere Bedeutung für die Vereinsgeschichte. Der Hof Rape (Hohenholte) war abgebrannt, ein Teil der alten Holzkonstruktion aber vom Feuer verschont geblieben. Der Besitzer schenkte

sie den Kiewitten, die in mühevoller Kleinarbeit alles abtrugen und auf dem Hofe Laubrock – Lödding wieder aufbauten. Da die Zeit von einem Schützenfest zum anderen doch recht lang ist, beschloß der Verein auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1980 eine neue Aktion zur Förderung der Geselligkeit: einen Tanz in den Mai“. Es wurde ein Festausschuß unter dem Vorsitz von Josef Lohmann gebildet und der Versuch gestartet.

Das Fest wurde so ein überragender Erfolg, dass die jährliche Wiederholung beschlossen werden konnte. Auch die nicht unerheblichen Auflagen der Behörden konnten erfüllt werden, und so hoffen wir auf noch viele frohe, gemeinsame Stunden.

Hermann Lohmann

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